Wie genau geht Glück?

Glück ist nichts, was du am Ziel wie eine Medaille überreicht bekommst. Wenn du dich kontinuierlich darauf ausrichtest, mit dem Leben in dir in Kontakt zu sein, wird Glück unausweichlich immer mehr Raum einnehmen: Es ist dein natürlicher Zustand!

Josephine Paschke

 

Dass es nicht durch äußeren Luxus dauerhaft zu haben ist, haben wir in mittlerweile begriffen. Auch Verzicht und das radikale Zurückstellen unserer Bedürfnisse hat uns nicht zum Ziel geführt. Also doch die goldene Mitte suchen? Auch die fühlt sich eher nach einem faulen Kompromiss an ...

Wo also versteckt es sich, dieses sagenumwobene Glück, nach dem wir ALLE - bewusst oder unbewusst - streben?

In 20 Jahren Glücksforschung (an mir selbst, in Einzelsession mit Klient*innen und in körperzentrierten Gruppensettings) haben sich drei Punkte für mich klar herauskristallisiert:

1. Glück ist ein körperlicher Zustand! Das erlebst du am deutlichsten, wenn du sehr krank bist und Schmerzen hast: Es ist dann unmöglich, dauerhaft glücklich zu sein. Ich weiß das aus eigener Erfahrung mit schwerer chronischer Migräne sehr genau.

Der Clou ist, dass auch der Umkehrschluss gilt: Wenn dein Körper die entsprechenden Hormone und Botenstoffe zur Verfügung stellt, bist du einfach glücklich - mühelos. Das ist der Grund, warum Menschen eine so große Affinität zu Drogen entwickelt haben.

Aber es geht auch ohne Drogen: Gib deinem Körper und deinem Nervensystem, was sie sich sehnlichst wünschen und dein Glück wird nicht ausbleiben. Meiner Erfahrung nach ist das:

VIEL mehr Bewegung, VIEL mehr Berührung und VIEL mehr Ruhe. Das sind die Grundzutaten, mit denen wir über Jahrmillionen designt wurden und woran auch ein paar Jahrtausende Zivilisation nichts geändert haben.

2. Stelle die Erfüllung deiner einfachen menschlichen Grundbedürfnisse in den Mittelpunkt deines Lebens: Sicherheit, Kontakt mit lieben Menschen und Mutter Erde, Freiheit, Kreativität und Selbstwirksamkeit, Inspiration, gegenseitige Wertschätzung, Spiritualität - Nahrung auf allen Ebenen. Ergänze diese Liste um das, was dir für deine seelische und körperliche Gesundheit wichtig ist, aber vor allem priorisiere diese Aspekte jeden Tag!

In den ärmsten Regionen dieser Erde sind die Menschen tendenziell glücklicher als hier - weil ihr Fokus auf diesen basalen Aspekten des menschlichen Daseins liegt. Es bleibt dort einfach keine Zeit für endlose Selbstzweifel, Dramen und die Beschäftigung mit Katastrophen in aller Welt. Statt dessen stehen Gemeinschaft, das Leben mit den natürlichen Zyklen und das Finden kreativer Lösungen im Mittelpunkt.

3. Begib dich in ein Umfeld, welches dich bei der kontinuierlichen Ausrichtung auf die zwei oberen Punkte unterstützt. Das kann deine Partnerschaft, deine Familie oder Lebensgemeinschaft sein. Oder eine Gruppe von Menschen, die sich regelmäßig trifft und die sich dazu commiten, die oben genannten Aspekte immer selbstverständlicher in ihr Leben zu integrieren.

Denn das verändert alles: Wenn du dein Wohlergehen jenseits von Selbstoptimierung und "chasing" in den Mittelpunkt stellst und dafür kontinuierlich Wertschätzung und Unterstützung erhältst, kann Glück gar nicht anders: Es wird Teil deines Lebens nimmt darin peu à peu immer mehr Raum ein.